Die Milchmädchen-Rechnung mit dem Co2
Die Produktion eines Neuwagens von sagen wir mal 1,5t Gewicht verbraucht in der heutigen Zeit ca. 20-30 Tonnen Ressourcen pro Fahrzeug und verursacht pro Neuwagen ca. 20-25 tonnen(!) Co2-emissionen.
Um diese Co2-Bilanz mit einem 9 Jahre alten Kat-Fahrzeug ins posive zu drehen könnte man mit dem Altfahrzeug noch 100tausende km fahren, bevor sich das ökobilanztechnisch rechnet…
Der Gedanke etwas “gutes” für die Umwelt zu tun wenn man sich einen Neuwagen mit geringem CO2-Ausstoß kauft ist absoluter Schwachsinn.


Denken wir das mal konkret durch, der Plausibilität wegen mit einem gängigen Mittelklasse-Fahrzeug älteren Baujahrs: Nehmen wir einen Mercedes-Benz, W124, 250 TD. Der verbraucht bei normaler Fahrweise 8 Liter Diesel (oder Pflanzenöl). Gut, man bekommt ihn auch locker auf 6, aber wir wollens ja nicht übertreiben.
8 Liter Diesel auf 100 km bedeuten eine CO2-Emission von 212.0 g/km.
Die Produktion eines Neuwagens gleicher Größe verbraucht durchschnittlich 20 Tonnen CO2, heißt es. Das ist zumindest der Wert, der durch die Presse gereicht wird.
Und jetzt kommt der Dreisatz: Mit dem betagten 250er können über 94 tsd. Kilometer zurückgelegt werden, bis die anfallende Emission für eine Neuproduktion erreicht wäre. Bei sparsamer Fahrweise sind es knapp 130 tsd. Kilometer.
Dafür bräuchte Otto Normalverbraucher ungefähr 8,5 Jahre.
Von der nicht vorhandenen Feinstaubemission der alten Motoren mal ganz abgesehen, aber das ist eine andere Geschichte. Die Motorenentwicklung soll ja nicht stehen bleiben, ganz im Gegenteil.
Toyota geht mit seiner “Null Emissionen”-Strategie keinen schlechten Weg. In Valenciennes wird jetzt schon der anfallende Produktionsabfall vollständig recycelt. Aber damit sind sie auch recht allein auf weiter Flur…
Ich habe noch keinen einzigen positiven Kommentar zur Reform der Kfz-Steuer gelesen. Das sollte den Politikern eigentlich zu denken geben, ob nicht eine andere Regelung sinnvoll wäre. Beispielsweise schrieb jemand, dass bei einer Umlegung auf den Kraftstoffpreis die zusätzliche Beibehaltung der Kfz-Steuer insofern sinnvoll wäre, um die Straßenbenutzung zu finanzieren, dann aber am Fahrzeuggewicht orientiert!
Wenn die von den Grünen mitregierten Stadtstaaten Hamburg und Bremen dem Konjunkturpaket zustimmen, kann die FDP dieses nicht verhindern. Die Standpunkte und Standardantworten der Parteien haben wir alle gelesen, ich habe sie mittlerweile auch gemailt bekommen. Wie kann man da noch Bewegung reinbringen? Ich glaube weitere Mails bringen nichts, vielleicht sollte man tatsächlich über eine Demonstration in Berlin nachdenken?
Klare Botschaften:
- Abschaffung der Kfz-Steuer
- Erhöhung der Ökosteuer um einen Betrag X (10ct?) zum Ausgleich
- Einführung von Wechselkennzeichen
- Abschaffung der Umweltzonen
Es wäre ja schon viel gewonnen, wenn jetzt nur beschlossen würde, dass die Einnahmen aus der Kfz-Steuer dem Bund zustehen…
http://www.tagesschau.de/inland/konjunkturpaket246.html